N°021_Vol.1_29
- VON DER REGELVERMITTLUNG ZUR REGELFINDUNG : ENTDECKENDES GRAMMATIKLERNEN MIT DRAMAPÄDAGOGIK ZUR FÖRDERUNG DER LERNENDENAGENTIVITÄT IM DAF-UNTERRICHT IM SENEGAL
- Aliou Amadou NIANE
- Université Gaston Berger de Saint-Louis, Sénégal
- Département de Langues Étrangères Appliquées (LEA)
- ORCID iD: 0009-0007-5776-0894
- aliou.niane@yahoo.de
Introduction: Der Grammatikunterricht hat zum Ziel, Lernende dabei zu unterstützen, grammatische Erscheinungen zu verstehen und sie situationsgerecht anzuwenden. Jedoch wird Grammatik heutzutage noch häufig durch lehrerzentrierte Regelvermittlung und starkt gelenkte Übungen vermittelt. Infogedessen erhalten Lernende wenige Möglichkeiten, grammatische Strukturen selbst herauszufinden und ihre Funktion in jeweiligen Kontext zu verstehen. Auch im DaF-Unterricht im Senegal ist diese lehrerzentrierte Unterrichtsgestaltung nach wie vor vorherrschend. Eine andere Möglichkeit bietet das entdeckende Grammatiklernen. Hierbei leiten die Lernenden grammatische Regeln aus konkreten Situationen ab. Dramapädagogik kann diesen Lernprozess stärken, wobei die Lernenden grammatische Strukturen in szenischen Situationen und durch Rollenspielen anwenden. Somit sind sie in der Lage, kontextgerechte Sprachverwendung und grammatische Regelbildung zu verbinden. Eine solche Lernform setzt eine aktive Einbindung der Lernenden voraus, weil Lernende hier Vermutungen formulieren, Vorschläge machen, Lösungen vergleichen und geeignete Entscheidungen treffen können. Diese aktive Mitwirkung am eigenen Lernen wird in der vorliegenden Untersuchung als Lernendenagentivität definiert. Die Verbindung von Dramapädagogik mit dem entdeckenden Grammatiklernen und der Lernendenagentivität ist im senegalesischen DaF-Unterricht bisher wenig untersucht. Dies wirft die Frage auf, inwiefern dieser Ansatz die grammatischen Kompetenzen und die eigenständige Regelfindung der Lernenden fördern kann. Daraus lässt sich folgende Forschungsfrage ableiten : Inwiefern kann dramapädagogisch gestütztes entdeckendes Grammatiklernen die grammatischen Kompetenzen und die selbstständige Regelfindung unterstützen, und wie lässt sich dabei die Lernendenagentivität beobachten ? Aus dieser Forschungsfrage werden folgende Hypothesen aufgestellt : zuerst führt Dramapädagogisch gestütztes entdeckendes Grammatiklernen zu einer positive Entwiclung der grammatischen Leistungen der Lernenden und dann sind die Lernenden schrittweise in der Lage, grammatische Regeln eigenständig zu entdecken und zu formulieren. Um die Frage zu beantworten, werden quantitative und qualitative Daten kombiniert. Der quantitative Teil vergleicht die grammatischen Leistungen von 100 Lernenden vor und nach der Unterrichtssequenz, und der qualitative Teil beruht auf Interviews mit 14 Lernenden und Beobachtungsnotizen. Die qualitativen Daten werden nach Mayring ausgewertet. Im Fokus stehen die Regelfindung und die Lernendenagentivität.
Absract : Der Beitrag untersucht das Potenzial des entdeckenden Grammatiklernens mit Dramapädagogik zur Förderung grammatischer Kompetenz und Lernendenagentivität im DaF-Unterricht im Senegal. Die Studie basiert auf einem Mixed-Methods-Design mit einem Ein-Gruppen-Prä-Post-Test und leitfadengestützten Interviews. Die Ergebnisse zeigen eine Verbesserung der grammatischen Leistungen. Der Lernprozess führt von der Handlung über Beobachtung und Vergleich zur Hypothesenbildung und selbstständigen Regelfindung. Dabei treffen die Lernenden eigene Entscheidungen, tauschen sich über Lösungen aus und übernehmen zunehmend Verantwortung für ihr Lernen. Insgesamt zeigt sich das Potenzial eines dramapädagogisch gestützten entdeckenden Grammatiklernens.
Schlüsselwörter : Entdeckendes Lernen ; Dramapädagogik ; Lernendenagentivität ; Regelfindung ; DaF-Unterricht ; Senegal.
Literaturverzeichnis
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